Herrn Grüns seltsame Abenteuer

Herrn Grüns seltsame Abenteuer

Abenteuergeschichte für Kinder ab 4 Jahre, Eltern und Großeltern  

Der Ampelmann Herr Grün möchte nicht mehr leuchten, er sehnt sich hinaus in die weite Welt. Einmal nur möchte er das Meer sehen. Doch wer kann ihm helfen? Die Menschen verstehen seine Sprache nicht, sie beachten ihn nur, wenn sie auf die andere Straßenseite wollen. Da kehrt eines Tages der berühmte Eisbärenforscher Josef Eisbecher aus Grönland zurück. Josef will schnell in seine Wohnung, denn er hat seine Pudelmütze und seine Siebensachen vergessen. Noch am selben Abend beginnt für beide eine Seereise voller Abenteuer. Eine kluge und witzige Mischung aus Schauspiel, Figurentheater und Musical zum Mitmachen, Mitlachen und Mitsingen.

(Quelle: www.stellmaecke-de)

Am Freitag, 01- Juli 2022 um 17:00 Uhr
in der Kirche Wartenburg

Geburtstagswunsch – Helfen!

Geburtstagswunsch – Helfen!

Seit Mitte März leben 9 ukrainische Bürger/ innen in Wartenburg. Es sind 3 Frauen mit ihren Kindern. Das jüngste ist ½ Jahr. Sie haben bei hilfsbereiten Wartenburgern, ein vorübergehendes zu Hause gefunden und wohnen in der Pension „Zum Fahrradschloss“.

Viele Wartenburger/innen nehmen Anteil an ihrem Schicksal und zeigen das, indem sie Geld- und Sachspenden leisten. Aber nicht nur dass, es muss eingekauft werden, Arztbesuche stehen an und es werden Wohnungen gesucht.

Es gibt eine große Community, die hilft (auch nicht Wartenburger), Fahrdienste leistet und mehr.

Die Herbergseltern stellen ihren Wohnraum, Strom, Wasser, ihre Küchengeräte, Waschmaschine usw. zur Verfügung. Das ist nicht selbstverständlich. Es braucht Mut und Geduld. Jede Familie hat ihr eigenes Schicksal. Die Kinder müssen ohne Vater auskommen, die Frauen ohne ihren Partner. Als ob das nicht genug wäre, mussten sie ihr zu Hause mit vielen Erinnerungstücken verlassen. Ich glaube wir können es gar nicht ermessen in welchem Gemütszustand sich die Familien befinden.

Ich (wie viele andere auch) finde das alles so schrecklich und will einfach nur helfen.

Daher habe ich auf meiner privaten Geburtstagsfeier meine Gäste um Spenden für diese ukrainischen Familien gebeten. Und was soll ich sagen, es wurde gespendet. Und WIE! Es kam ein Betrag 445 Euro zusammen.  WOW! An dieser Stelle DANKE an meine großartigen Gäste! Ihr seid einfach spitze.

Wie aber nun verteilen? Ich brauchte Rat und hätte nicht gedacht, dass es so schwierig ist Geld wieder loszuwerden, denn es soll ja gerecht sein, aber wie macht man das? Nach einigen Gesprächen mit meiner lieben Freundin, sind wir zu dem Entschluss gekommen, wir kaufen ein!

Die erste Frage, die wir uns stellten, was wird benötigt, wenn man neu anfängt und eine leere Wohnung füllen muss? Was würde man sich nicht als Erstes kaufen, wenn alles fehlt? Und so zogen wir los und kauften ein: Bügelbretter, – eisen, Radios, Wasserkocher, Eimer, Wäschekörbe, Gläser, Dosen, Batterien usw.  Alles natürlich drei Mal. An dieser Stelle auch noch mal ein herzliches Dankeschön an meine Freundin.

Wir konnten nun all diese Sachen übergeben, einiges wurde auch gleich gebraucht und die Freude bei unseren ukrainischen Familien war groß.

  • Und das war mein schönstes Geschenk –

Nun heißt es aber trotz aller Freude noch warten, bis endlich Wohnungen gefunden sind. Die ersten Wohnungen konnten schon besichtigt werden und wir drücken alle die Daumen, dass was Geeignetes dabei ist.

Und dann, finden sich sicher wieder ganz viele Wartenburger/ innen, die auch hier ihr großes Herz zeigen und mit Möbelspenden helfen.

Zum Schluss möchte ich mich nochmals persönlich, auch im Namen der ukrainischen Familien, ganz herzlich bei meinen tollen Gästen bedanken.

Eure Spende hat geholfen! Und WIE!

Rita Burkhardt

Herzensbuch

Herzensbuch

Antje Wagner puzzelt mit uns. Einen Abend lang. In Rehhahns Kuhstall – seitab der Stadt hinter einer Ecke, einer Kopfsteinpflaster-Wiese und einer freundlich erleuchteten Tür durch die circa achtzig Zuhörer abtauchen in einen magischen Realismus.

Die Puzzleteile stecken in ihrem Buch Hyde – und dort nicht etwa schön nebeneinander, sondern versteckt hinter urwüchsigem Grün (to hide – engl. verstecken). Die Protagonistin Katrina ist ein vogelzwitschernder Teenager aber auch eine Tischlerin auf Rachefeldzug. Außen nett und dann erschreckend böse (Dr. Jeckyll & Mr. Hyde)? Aber wenn ein Tier in die Enge getrieben wird, fletscht auch das süßeste Kätzchen ihre Zähne und verpasst der fremden Tierhaut (hide – engl. Haut/Tierhaut) blutige Kratzer.

Jetzt aber der Reihe nach:

Antje Wagner stellt uns an diesem Abend ihr Herzensbuch vor. Drei Jahre hat sie an „Hyde“ gearbeitet. Mit Erscheinen des Buches 2018 wurde ihr klar, dass sie dafür auch eine Lesung konzipieren muss – das gehört zum Autorin-sein. Aber „wie?“ sinnierte sie wohl damals. Wie? – ohne zu viele Puzzleteile offen zu legen und doch etwas vorzulesen? Vom schwierigen Erarbeiten einer Lesung für ein Buch mit drei helixartig-verwobenen Handlungssträngen und vielen Puzzleteilen merken wir Zuhörer an diesem Abend nichts. Gekonnt und unterhaltsam nimmt uns Antje Wagner mit in ihre Arbeit als Autorin und natürlich auch in den phantastischen Roman „Hyde“.

Das gelb geblümte Sofa, die befranste Stehlampe, die Dichternarzissen auf der Bühne und das heimelige Feuer im Kaminofen im Kuhstall sind unsere Haken in die Wartenburger Realität. Aber Antje Wagner saugt uns mit ihrer Lesung rein in die Geschichte um Katrina, ihre Familie und den Ort Hyde. In den Momenten in denen sie nicht aus dem Buch vorliest, wirft sie rote Fäden wieder aus den Buchdeckeln heraus in unser zwischenmenschliches Erleben. Dabei sinniert sie über‘s Anderssein, über die Sprache der Tiere, über Flucht und Ankommen in einer neuen Heimat, über Fassaden und dunkle Tiefe in so manchem von uns.

Mehr sei auch nicht verraten. Eine Warnung gibt uns Antje Wagner zum Schluss mit: Berichte aus Feldstudien (= Leserbriefe) haben gezeigt, dass man zwar eine Weile braucht bis man in das Buch reinkommt, es dann aber nicht mehr weglegen kann. Also bitte schon mal „Hyde“ im Buchladen des Vertrauens ersteigern, am nächsten freien Tag abtauchen und puzzeln!

Ich persönlich würde mich freuen noch mehr vom Projekt „Fabelhaftes Wartenburg“ zu hören, die diesen literarischen Abend organisiert haben – so seitab der Stadt im Kuhstall hinter der Kopfsteinpflaster-Wiese. Die Förderung von reichem, kulturellen Leben in unserem ländlichen Raum ist hier meiner Meinung nach gelungen. Durch das Engagement von fleißigen Organisatoren im Ort sowie Antje Wagner und ihrer Agentur konnten wir bei freiem Eintritt der Lesung eines preisgekrönten Buches beiwohnen. Präsentiert wurde der Abend durch den “Förderkreis 1813 Wartenburg e. V.” und Familie Rehhahn hat nicht nur das gelbe Sofa, die befranste Stehlampe und den heimeligen Kaminofen zur Verfügung gestellt. Toll, wie so die weitere Bereicherung des „Lebens auf dem Lande“ durch Kunst und Kultur möglich wird!

Vor einer ganzen Weile habe ich mal gefragt „Ja, kann man denn mit einem Theaterstück (…oder anderen kulturellen Veranstaltungen – Anmerkung der Autorin) ein Dorf retten?“ – und wieder einmal möchte ich sagen: „Ja, warum eigentlich nicht?!“

(Christine Zepperitz)

Die Fähre fährt!

Die Fähre fährt!

Das Bild stimmt so nun hoffentlich für einen längeren Zeitraum ersteinmal nicht!

Der Fährbetrieb wurde ab 14.04.2022 Uhr wieder aufgenommen.

Fährzeiten (Sommerbetrieb)

Montag – Freitag      5.30 Uhr   – 19.00 Uhr

Samstag, Sonntag und Feiertag 

10.00 Uhr – 19.00 Uhr

Danke heißt: Дякую

Danke heißt: Дякую

Seit einem Monat leben 4 Frauen, 5 Kinder, ein Hund und eine Katze aus der Ukraine in Wartenburg. Sie haben hier ganz spontane Gastfreundschaft erfahren. Innerhalb von wenigen Stunden konnten Sie kostenfrei Quartier im Fahrradschloss beziehen. Auch Arni und Christine klappten die Couch aus.

Alles ging ganz schnell und unbürokratisch, und dann kam ganz langsam die Bürokratie. Es brauchte und braucht viele Helfer und finanzielle Unterstützer um hier anzukommen und die ersten Schritte, auf deutschem Boden und in deutschen Behörden zu gehen. Noch ist nicht alles geschafft und die provisorische Unterkunft ist keine Dauerlösung, aber die Frauen konnten Durchatmen, Luftholen, den Schreck begreifen und sich sammeln.

Am letzten Freitag nun wollten sie „Danke“ sagen. Den Helfern, die so ganz einfach „Ja, klar!“ gesagt haben. Bei Borschtsch, Holubzi und Wareniki brauchte es nicht viel Worte, um zu verstehen, dass es nicht selbstverständlich ist, was hier von ein paar Dorfbewohnern „gestämmt“ wurde.

Für alle anderen Worte gibt es zum Glück die Google Übersetzer App. Und Kinder, so konnten wir wieder einmal erleben, brauchen keine Worte. Sie verstehen sich auch so und zur Not probiert man es einfach auf Isländisch. Irgendwie klappt das schon.

Wo die Reise noch hingeht für unsere Gäste ist ungewiss.

Wir hoffen alle, dass sie bald in ihre Heimat zurückkehren können, aber es braucht noch einen langen Atem und weiterhin viel Ehrenamt, offene Herzen und gebende Hände. Der Anfang ist gemacht.

(Juliane Gucinski)