Vor 260 Jahren – Elbüberquerung der preußischen Armee

Aug 16, 2016

Am 29. August 1756 überschritten bei Jüterbog preußische Truppen die Grenze des Kurfürstentums Sachsen – ohne Kriegserklärung – und damit begann der 3. Schlesische Krieg oder besser bekannt als der 7-jährige Krieg.
Am 01. September überquert der Preußenkönig Friedrich II. (der Große) mit 12.000 Mann auf einer Pontonbrücke die Elbe zwischen Elster und Wartenburg und marschiert dann weiter über Bösewig, Trebitz nach Pretzsch, wo er auf dem Schloss die Nacht verbringt. Der Weg führte weiter über Dresden nach Pirna, wo dann alle 3 Korps auf die sächsische Armee trafen.
 

Dieser Elbübergang von Elster nach Wartenburg mag vielleicht für Gneisenau das Vorbild für den berühmteren Übergang 1813 gewesen sein?

Mit 3 Korps war die preußische Armee in Sachsen einmarschiert.
In der mittleren Kolonne, die bei Elster die Elbe überquerte, befand sich der König. Am 30.08. nahm Friedrich in Seyda Quartier und führte von dort eine rege politische Korrespondenz.

An seinen jüngeren Bruder Prinz Heinrich (Kommandeur einer Brigade in der Armee) in Gentha schrieb er am 31.08.
„Ihre Hoheit (womit er sich selbst meinte) möchten morgen mit dem Regiment um 6 Uhr vor der Pontonbrücke anlangen und herübermarschieren.“

Die Korrespondenz wurde von Friedrich in Französisch geführt.

Warum wurde der Elbübergang an dieser Stelle gewählt?

R. Mirus schreibt in seiner Schrift „Das Treffen bei Wartenburg am 03.10.1813“

„Die Elbe macht bei den auf dem rechten Elbufer liegenden Dörfern Elster und Iserbecka einen bedeutenden, nach Norden ausgehenden Bogen, dessen Sehne etwa ½ Meile lang ist.
(Der Elbdurchstich bei Gallin wurde erst 1868 vollzogen)
Die Hauptbedingung, welche man bei einem durch den Feind streitig gemachten Übergange über einen Fluss an die Lokalität zu stellen hat, war bei Elster genügt. Es war leicht, den Übergang durch an beiden Seiten des Bogens aufzustellende Artillerie zu sichern.
Man wusste damals noch nicht so recht, wie es auf der Wartenburger Seite aussah.
Mirus schreibt:
„Wegen der Überschwemmungen und durch Grundwasser ist die ganze Niederung zwischen Damm und Elbe mit Wasserlachen und Sumpfstellen überdeckt; außerdem ist dieselbe mit niedrigem Holzgestrüpp, zum gr0ßen Teil auch mit hohem Holze – Rüstern, Eichen, Weiden und Pflaumenbäumen – bestanden. … Überall befinden sich Wasserrisse, Löcher, feuchter sumpfiger Boden. … Es führen von hier nur zwei schmale Wege, … kaum passierbar, … , nach Wartenburg. …
Für das Auge ist das ganze Terrain, zwischen Elster, Wartenburg und Bleddin, nirgends klare Durchsicht, kaum an einigen Stellen sind die Kirchtürme von Wartenburg und Bleddin zu sehen.


 

Unser Ort wurde offensichtlich vom Durchmarsch nur wenig tangiert.
Die Brotversorgung der Soldaten am Anfang des Krieges war noch gesichert. Am Nachmittag des 01. Septembers war bereits Pretzsch erreicht.
 

4 Jahre später kehrten die Kriegshandlungen noch einmal nach Wartenburg zurück.
Im Zuge der Verfolgung preußischer Truppen biwakierte die Reichsarmee vom 30. September bis 1. Oktober 1760 bei Elster. Zeitgleich stand ein württembergisches Kontingent in Wartenburg. Zur Kommunikation zwischen beiden Heeresgruppen ließ man bei Elster erneut eine Brücke schlagen. Diese Brücke ist höchstwahrscheinlich bis zur Kapitulation Wittenbergs, am 14. Oktober, vor Ort geblieben, um dann anschließend nach Wittenberg verlegt zu werden. Nach dem Rückzug der Reichsarmee wurde sie verbrannt.
 

Bildnachweis:
Titelbild: Friedrich II. aus www.spiegel.de
Karte: R. Mirus, Das Treffen bei Wartenburg 1813

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