Wartenburg war mehr als „Piff! Paff! Puff!“

Gewiss, die traditionellen Gefechtsdarstellungen, die es anlässlich des 210. Jahrestages wieder gab, sind das Salz in der Suppe, der große Zuschauermagnet, der die Gäste in den Ort bringt.
Aber, es gab an diesem Gedenkwochenende noch weitaus mehr zu erleben als „Piff, Paff, Puff.

Es begann mit dem stimmungsvollen Auftakt vor der historischen Schlosskulisse, wo jetzt das EJF zuhause ist. Der Vorsitzende des Förderkreises, Thomas Gucinski und der Bürgermeister, Torsten Seelig, begrüßten die Gäste.
Anschließend marschierte der Trupp zur offiziellen Eröffnung am Obelisken „1813“.
In seiner Eröffnungsrede erinnerte der ehemalige Bundestagsabgeordnete Ulrich Petzoldt, zugleich Ehrenmitglied des Förderkreises, an die Opfer von Krieg und Gewalt – damals und heute.
Mit einer Kranzniederlegung wurde Ihrer gedacht.
Gedacht wurde zum Beispiel auch jenen 3 italienischen Soldaten in französischen Diensten, die im Vorfeld der Schlacht bei einem Scharmützel am 23. September zwischen Preußen und Franzosen „auf der herrschaftlichen Mühlbreite und dem Röthkolk“ ihr Leben ließen.
Sie wurden „Namenlos“ am 25. September in aller Stille auf dem Wartenburger Kirchhof in der Nähe des Spritzenhauses begraben. Kein Angehöriger hat je erfahren, was aus den Soldaten geworden ist.

Mit einer weiteren Kranzniederlegung am Yorck-Denkmal wurde des 264. Geburtstages des Generals am 26. September und seines 193. Todestages am 04. Oktober gedacht.

Die Abendveranstaltung auf Rehhahns Hof war eine herrliche Spätsommer-Openair-Party.




Der Samstag begann mit dem Morgengefecht.
Um 10:00 Uhr wurde die Dauerausstellung des Förderkreises „Im neuen Licht“ im Mehrzweckgebäude wiedereröffnet. Dank der Unterstützung durch die Sparkassen-Stiftung konnte eine neue, zeitgemäße Beleuchtungsanlage eingebaut werden.
Die Räumlichkeiten wurden dazu „frisch“ gemacht und Frau Marion Berthold stiftete ein von ihr geschaffenes Ölgemälde, das den General Yorck abbildet.

Die Ausstellung in der Mehrzweckhalle widmete sich Johann David Ludwig Graf Yorck von Wartenburg im speziellen Zusammenhang mit dem Elbübergang am 03. Oktober 1813.
Welche Personen saßen am Abend nach der Schlacht am Tisch des historischen Blüchersaales im Schloss? Darauf gab es die Antwort!
Verschwundenes und Verlorenes – wo standen einst welche Gebäude in Wartenburg?
Auch darauf gab es Antworten.

Nach der Eröffnung der Ausstellung über den Pfarrer zu Zeiten der Schlacht, Carl August Rudolph Gerstäcker, gab der LuisenChor sein Debüt mit „Liedern aus der Schlossküche“.
25 Damen hatten sich zum Projektchor zusammengefunden, um heitere, besinnliche und witzige Lieder dem dankbaren Publikum darzubieten. Prächtig vorbereitet, einstudiert und begleitet war der Chor von Susann Zschieschang. Ein großer Dank gebührt ihr dafür.
18:13 Uhr wurde dieses Programm noch einmal dargeboten.

Während auf dem Gefechtsfeld die große Schlacht begann, nahm auch die „Kaffeeschlacht“ auf dem Kirchhof langsam Fahrt auf. Was zunächst als leichtes Geplänkel begann, weitete sich zu einem furiosen Sturmangriff aus. Selbst als die letzten Kuchenvorräte für den Sonntag an die Front geworfen wurden, mussten die wackeren Nähfrauen bald darauf kapitulieren – nicht ein Kuchenrand blieb übrig.

In der Zwischenzeit gab es in der Kirche wieder Gesang.
Der Anglerchor erinnerte mit Liedern und Lesung ebenfalls an das Jahr 1813.
Unterstützt wurden sie dabei dankenswerterweise von unserem neuen Pfarrer, Johannes Alex.

Musik gab es auch außerhalb der Kirche, so z. B. Irish Folk mit der Gruppe McMesdow.

Die jüngeren Gäste fanden ebenfalls ihren Spaß auf dem Kirchhof.
Strohbunde zum Auseinandernehmen gehen natürlich immer.
Eine besondere Attraktion war der Streichelzoo mit Schweinen, Ziegen und Hühnern.
Zum Glück wurde im Jahr 2023 nicht geplündert.
Die „Fabelhaften“ versorgten die Kinder darüber hinaus mit Spielen jenseits der Hüpfburg.
Am Abend gab es noch ein Schatten-Theaterspiel.

Theater, und zwar Marionetten-Theater, gab es auch gegenüber in der Kommandantur.
Die Gruppe Woitschack brachte Märchen der Gebrüder Grimm zur Aufführung.

All diese Darbietungen hatten ein zahlreiches Publikum.

Und da war ja noch die „Meile“ in der Schlossallee.
Es gab allerhand Leckeres zum Essen, zum Trinken oder für die geistige Erbauung, was man auch guten Gewissens nach Hause tragen konnte.
Um die Mittagszeit herrschte schon reger Trubel in der Schlossküche.
Dort wurde Erbsensuppe, sowie Kaffee und Kuchen an den Mann bzw. die Frau gebracht.
Die meisten Stände hatten eins gemeinsam, irgendwann waren sie „ausfouragiert“:
Zum Glück reichten die Getränke noch zum sonntäglichen Frühschoppen.

Ab 21:00 Uhr gab es noch Musik im Zelt zum Rocken und zum Tanzen mit der Band „Schräger“.

Ansonsten pendelte der Tag ruhig aus – ohne besondere Vorkommnisse, wie zum Glück diese 3 Tage insgesamt verlaufen waren.
Wer die besondere Stimmung der Veranstaltung mit nach Hause nehmen wollten, sollte am Abend durch s Biwak gezogen sein und die historischen Truppenverbände an ihren Wachtfeuern besucht haben.

Am Sonntagvormittag wurde in die Kirche zum diesjährigen Erntedankgottesdienst geladen.
Gestaltet wurde der sehr gut besuchte Gottesdienst von Pfarrer Johannes Alex und dem Oranienbaumer Posaunenchor.

Und danach waren doch tatsächlich noch Bratwürste für den Frühschoppen da und auch ein volles Bierfass fand sich noch.
Einst sollte noch erwähnt werden:
Anders als 1813 gab es diesmal in Wartenburg nur Gewinner!

(Günter Korge)

Wartenburg war mehr als „Piff! Paff! Puff!“

7. Oktober 2023

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