Das Wunderblut von Wartenburg

Jun 6, 2017

Wer kennt die Geschichten noch – niedergeschrieben in mehr oder weniger alten Büchern oder durch Erzählungen übermittelt.
Geschichten aus fernen Zeiten, die sich in unserem Ort ereignet haben … oder wenigstens hier ausgedacht wurden, möchten wir unter der Rubrik

„Sagen, Geschichten, Kuriositäten“

zusammentragen.
Den Anfang machen wir mit dem Wunderblut von Wartenburg.

Anfang des Jahres 1429 wurde dem Erzbischof von Magdeburg berichtet, dass in der Kirche des Dorfes Wartenburg das Sakrament des Abendmahles, während es einem Bauern gereicht wurde, auf wundersame Weise umgebildet worden sei. Die Hostie habe von Blut getrieft. Der Pfarrer Tonemann schrieb einen Bericht über das Wunder. Die Nachricht davon verbreitete sich bald in der ganzen Gegend und darüber hinaus. Viel Volk eilte nach Wartenburg wie zu einer Wallfahrt.

Der Erzbischof ordnete eine Untersuchung an und entsandte zwei gelehrte Kirchenbeamte, in denen bald nach der Besichtigung der Hostie und dem Lesen des Tonemannschen Berichtes der Verdacht des Betruges aufstieg. Der Pfarrer überließ den erzbischöflichen Abgesandten die Hostie nicht zur Mitnahme nach Magdeburg ohne die Erlaubnis des Kurfürsten, der sich aber zur Zeit auf Reisen in Sachsen befand. So blieb der Verdacht, dass die Hostie absichtlich mit Blut befleckt worden sei, zunächst unbewiesen und ungeklärt.

Der Sommer verging, da musste Pfarrer Tonemann vor dem erzbischöflichen Gericht erscheinen, weil er ein anderes Vergehen begangen hatte. Dort wurde er auch wegen der Hostie einem strengen Verhör unterzogen. Man wollte nicht glauben, dass einem kleinen Landpfarrer das Wunder in seiner Dorfkirche zu Wartenburg widerfahren sei. In die Enge getrieben, gestand er endlich, dass er sich in den Finger geschnitten habe und die Hostie dadurch befleckt worden sei. Er habe den Glauben der Menschen an das „Wunderblut von Wartenburg“ nicht gehindert, weil er sich Einnahmen von Wallfahrern, die Ostern das Sakrament in seiner kleinen Kirche einnehmen würden, für das Dorf versprach. Damit war der Betrug erwiesen. Tonemann wurde festgenommen, da er kein freies Geleit hatte, und in Calbe in den Turm gesperrt. Als die Magdeburger Bürger in einer Fehde mit dem Erzbischof den Turm zerstörten, wurde der inzwischen schwach und elend gewordene Pfarrer befreit. Nach seiner Genesung begab er sich zum Konzil nach Basel.

Dort traf er seine Richter wieder. Sie verziehen ihn und übergaben ich sogar eine Pfarrstelle bei Straßburg.

(Quelle: Sagen und Geschichten aus dem Kreis Wittenberg, Wittenberg 1973, S. 14)

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